SY "AVALON"

Ein Jahr lang Sommer – von Cherbourg nach Guernsey

01.09.2017 Cherbourg – Guernsey

08.00h legen wir ab, ohne Regen, der hat sich nachts wohl ausgeregnet. Wind aus NO mit 2,5 Bft. Großsegel läuft mit. Der Strom läuft zunächst fast 1Kn mit, Motor mit 2000 Umdrehungen und schon nach einer Stunde über 8Kn über Grund! 2 h später etwa läuft er schon über 3 Kn mit, Wind 3,5Bft, Sonne kommt raus, alles gut!  Am „Cap de la Hague“ sehen wir „echte“ overfalls“  auf der Untiefe von La Petite Grune. Schnelle Fahrt, Logge geht auf 9,5 Kn über Grund! Wir freuen uns schon auf Guernsey, sind gespannt, was uns dort erwartet! Es war unser gemeinsamer Wunsch dorthin zu fahren und jetzt sind wir tatsächlich nicht mehr weit entfernt von der zweitgrößten Kanalinsel! Eine Gastlandflagge hat Kuddel gestern noch in Cherbourg erstanden. Alderney liegt an Steuerbord, eine Felsgruppe leuchtet ganz weiß in der Sonne, Basstölpel haben sie besetzt. Erinnerung an Helgoland wird wach! Der Wind geht auf 4 Bft und – endlich! Motor aus, juhu, wir segeln raumschots mit 6,5 Kn über Grund! Es ist 11.45h und wenig später wird die Gastlandflagge gehisst. Kurz vor Ende geht der Wind doch tatsächlich nochmal auf 4,5 Bft!

Die Gastlandflagge von Guernsey weht unter der Steuerbordsaling, Saint Peter Port kann kommen

15.00h (Ortszeit 14.00h) sind wir im Hafen St Peter Port und werden vom Hafenmeister, im Schlauchboot sitzend, in eine Box eingewiesen. Seine erste Frage an uns ist, ob wir Tiere an Bord haben. Wir sind auf Guernsey, bei strahlendem Sonnenschein!  Gar keine deutsche Flagge im Hafen zu erblicken! Hier sind strenge Regularien: „A Report of Arrival for Pleasure Craft“ muss sofort ausgefüllt werden!! Wir sind mitten im Leben, schauen auf die Restaurant Meile vor uns.

Bald erkunden wir die Stadt und gewinnen einen ersten Eindruck. Überall farbenprächtiger Blumenschmuck, Kopfsteinpflaster, schmale Gässchen mit vielen Stufen und ganz reizende Geschäfte. Dank der Hanglage der Stadt bieten sich immer wieder tolle Ausblicke auf das Wasser.

Eine der vielen engen Gassen, die oft steil bergan bzw. bergab führen

 

Erkundungsgang durch die Gassen. Allgegenwärtig der üppige Blumenschmuck und die bunten Wimpelgirlanden, die das Stadtbild prägen.

 

Eins der vielen entzückenden kleinen Restaurants

Man sagt, St.Peter Port sei die schönste und größte Küstenstadt Großbritanniens. Uns gefällt es sehr! Am frühen Abend treibt uns der Hunger in  „The Boathouse“ bei uns am Hafen, wo wir nett sitzen und leckeres Essen bestellen. Scheint ein beliebter Platz zu sein, wir bekommen gerade noch einen Platz. Später gibt es ein Bier im  „Crow’s Nest“. Ein gemütlicher Ort, wo man hätte „versacken“ können. Sind wir aber nicht!

Hier im Crow’s Nest sitzen wir gemütlich mit Blick auf’s Boot

 

Gefahrene Meilen: 45

 

02.09.2017 Hafentag auf Guernsey

Strahlende Sonne, Wind aber etwas kühl. Nach dem Frühstück erledigen wir die notwendigen Einkäufe. Anschließend lassen wir uns im  „Information Center“ Tipps für Wanderungen geben, witzigerweise von einer Deutschen, die seit 23 Jahren auf Guernsey lebt! Und sehr gern! Dann werden die Rucksäcke gepackt und los geht es in Südrichtung auf dem Küstenwanderweg (Cliff Path). Ganz schön anstrengend, es geht hoch und runter. Aber wir genießen traumhafte Blicke auf das türkisblaue Wasser, die Nachbarinseln Alderney, Herm und Sark und die steilen Klippen. Wie im Süden! Wir können gar nicht aufhören Fotos zu machen. Die Vegetation ist abwechslungsreich, stark mit Efeu bewachsene Laubbäume bis hin zu alten, knorrigen Pinien. Dann liegt Fermain Bay vor uns, fantastisch, Ankerlieger verstreut, echt südländisches Flair. Hier am Strand soll Victor Hugo schon gebadet haben!

Malerischer Blick mit südländischem Flair auf die Ankerlieger in der Fermain Bay

Hier in der Fermain Bay badete schon Viktor Hugo

Wir steigen die steilen Treppen runter, trinken in der Strandbar einen Latte Macchiato und genießen die wunderschöne Aussicht. Weiter geht es auf unserem Wanderweg. Herrlich! In Jerbourg nehmen wir dann den Bus zurück in die Stadt. Eine abenteuerliche Fahrt durch die schmalen Straßen, der Bus hält nicht nur an den Haltestellen sondern auch nach Bedarf! Somit dauert die Fahrt ganz schön lange, aber so haben wir gleich noch ein bisschen mehr gesehen von der Insel und der Stadt.
An Bord wird die Planung für morgen in Angriff genommen. Allerdings werden wir wohl nicht fahren können. Süd 6-7 Bft sind angesagt

 

03.09.2017 Ungewollter Hafentag!

An ein Weiterfahren ist gar nicht zu denken! Es regnet ununterbrochen und der Wind mit 6-7Bft aus Süd lässt das Boot im Hafen schaukeln. Also bleiben wir in St Peter Port, ausgerechnet dem bislang teuersten Hafen!! Bei dem Wetter können wir noch nicht einmal auf Wandertour gehen, schade. Zeit zum Lesen, WhatsApps verschicken, Bilder hochladen im Internet, (was hier bei der Verbindung ewig dauert), Texte für den Blog schreiben, Wasser tanken, und die letzten Guernsey Pounds im Supermarkt ausgeben. Das ist eine spezielle Währung, die  außerhalb von Guernsey nur noch auf den benachbarten Kanalinseln anerkannt wird.
Gegen 16.00h lässt der Wind etwas nach, das Schaukeln und Gezerre an den Leinen bleibt allerdings. Die See beruhigt sich nicht so schnell. Nachdem wir noch einen kleinen Gang gemacht haben, wird geplant. Es gibt bei der Windvorhersage S-SW 3-4Bft die Möglichkeit nach San Malo zu fahren….