SY "AVALON"

EinJahr lang Sommer – von Dieppe nach Cherbourg

29.und 30.08.2017 Dieppe – Cherbourg

14:00 Leinen los in Dieppe. Frische Brise auf dem Meer, es ist brütend heiß. Gewitter sind angesagt und auch etwas Regen soll es geben. Vor uns liegen mindestens 20 Std und 18 davon in eine Richtung – 264°, der untergehenden Sonne entgegen.

Begegnung der besonderen Art, zeigt aber treffend die Hitze auf dem Meer

Um 18:15 duschen wir in der Plicht – herrlich! Um 22:15 Seitenwechsel. Wir passieren den 0-ten Längengrad und sind damit auf der westlichen Hemisphäre der Erdkugel, zumindest was die Längengrade betrifft. Gleichzeitig sind um uns herum Gewitter aufgezogen, die eine imposante Lightshow über mehrere Stunden bieten. Gott sei Dank kommt uns kein Blitz bedrohlich nahe und wir beobachten ausschließlich Wolkenblitze. Plötzlich entdeckt Kuddel auf dem Laptop zwei AIS-Targets mit in Seglerkreisen sehr bekannten Namen – die Pen Duick III und die Pen Duick IV. Beides Schiffe des wohl bekanntesten Seglers Frankreichs – Eric Tabarly.
Wir haben die beiden Schiffe in Boulogne-Sur-Mer gesehen und jetzt sind sie auf dem Weg nach Le Havre und kreuzen unseren Weg, ein schöner Zufall.
Ca. 30 Meilen vor Cherbourg ist Schluss mit Langeweile, der Wind frischt auf und raumt etwas. Kuddel bindet das 1. Reff ein, nicht zu früh, denn bald zeigt der Windmesser 5-6 Bft und die Fahrt wird (be-)rauschend. Der Strom hat wie vorausberechnet die Richtung gewechselt, er läuft nun mit uns und wir machen bei 7 Kn Fahrt durchs Wasser bis zu 9 Kn über Grund!

An der See, die der Wind inzwischen wie aus dem Nichts aufgebaut hat, spüren wir schon die Nähe des Atlantiks. Die Wellen kommen in einem schönen Rhythmus aber einige wollen Avalon unbedingt abwerfen, so bockig sind sie. Einmal fliegt einiges durch den Salon und der Backofen geht auf. Kurz vor dem Einlaufen in den Hafen bemerkt Kuddel, dass die Antenne im Masttop bedrohlich hin und her pendelt. Sie hat sich bei dem Ritt irgendwie (nicht zum 1. Mal) gelockert, ist aber zum Glück bis zum Anlegen oben geblieben!
Fast auf „die Minute genau“ laufen wir um 10:15 in Cherbourg ein. 15 min länger als geplant, kann sich sehen lassen!! Wir sind froh im Hafen zu sein und legen uns nach dem Besuch des Hafenbüros erst einmal aufs Ohr, das haben wir uns verdient. Pünktlich kommt der angesagte Regen, den wir genüsslich in der Koje abwettern bzw. verschlafen.

Gefahrene Meilen: 110

 

31.08.2017 Hafentag Cherbourg

Herrlich, ausschlafen und in Ruhe frühstücken bei Sonnenschein. Dann wird die „to-do-list“ in Angriff genommen. Kuddel bereitet seinen „Aufstieg“ mit Steigklemmen und Klettergurt in den Mast vor, da muss alles ins Täschchen, was benötigt wird. Dann geht es los. Ich stehe unten, bediene das Sicherungsfall und schwitze Blut und Wasser! Kann kaum in die Höhe gucken!!

 

Auf halber Höhe schon mal die Segelschoner auf der Salingsnock neu befestigt

Aber es ist noch nicht geschafft!

Das „Klammeräffchen“ ist oben angekommen, die Reparatur kann beginnen.

 

Blick aus der Vogelperspektive. So klein sieht das Boot vom oben aus

Gott sei Dank, die Antenne ist wieder fest, hoffentlich für länger! Alles ok. Jetzt bin ich dran und lasse Kuddel am Großfall über die Winsch langsam wieder nach unten. Jetzt wird Wäsche gewaschen, da die Waschmaschine gerade frei ist und glücklicherweise auch später der Trockner. Kuddel ersteht in dem Yachtshop am Hafen eine Gastlandflagge von Guernsey und einen Wasserschlauch. An den Stegen gibt es zwar viele Wasserhähne, aber dummerweise keine Schläuche dazu. So geht die Zeit ganz schön schnell rum. Wir machen noch einen Bummel in die Stadt und gönnen uns ein leckeres Stück Kuchen, trinken einen Kaffee, der allerdings nicht so lecker war!