SY "AVALON"

Ein Jahr lang Sommer – von Portsmouth nach Pointe-à-Pitre

Sonntag, 25.02.2018 – von Portsmouth nach Terre-de-Haut / Îles des Saintes

08.45h Leinen Los. Mit zweitem Reff im Groß und halber Genua 1 geht’s am Wind mit guter Fahrt Richtung Îles des Saintes. Das Ziel in Sichtweite und eine relativ ruhige See machen die Fahrt angenehm. Zum Ende hin nimmt der Wind noch ab, dreht etwas raumer und ich reffe aus. Auf der „Zielgeraden“ kommt der Wind ziemlich von vorn und ich berge die Segel.

Die Îles des Saintes. Die rote Linie ist der Track, der Weg, den ich gefahren bin. Von Süden (unten) kommend zwischen Terre-de-Bas und Terre-de-Haut hindurch, dann rechts herum bis zum Ort Terre-de-Haut.

Die Saintes sind erreicht – Terre-de-Haut liegt voraus

12.45h Fest an Mooring vor Terre-de-Haut

gefahrene Meilen: 23

 

Avalon liegt auf 15°52′ N und 61°35′ W an der Mooring

 

An der Mooring – Blick nach Norden zum Fort Napoleon

Schon vom Liegeplatz aus macht Terre-de-Haut einen netten Eindruck

Ich mache das Dingi klar und fahre an Land. Der Ort ist hübsch. Kleine Wohnhäuser, Bars, Restaurants und Geschäfte sind bunt zusammen gewürfelt. Erst zur Ortsmitte hin überwiegen die Geschäfte. Geschäfte werden mit den vielen Touristen, in der Hauptsache Tagestouristen, gemacht. Es erinnert ein wenig an Helgoland: Morgens rauschen die Katamaranfähren von Guadeloupe und Marie Galante voll mit Touristen heran, und gegen 16.00h ist der Spuk wieder vorbei.
Ich habe zunächst die Touristeninformation im Visier. Hier kann ich am Computer einklarieren, was genauso wie in Martinique völlig problemlos geht. Die Saintes, wie die Inselgruppe auch kurz genannt wird, gehören wie Marie Galante politisch zu Guadeloupe und sind damit ein französisches Departement. Ich bin quasi wieder in Europa und das Telefonieren und die mobilen Daten werden wie zu Hause abgerechnet, also gar nicht – Flat sei Dank!

Montag, 26.02.2018 – Hafentag in Terre-de-Haut

Am Morgen zieht ein Schauer über die Saintes. Im Hintergrund liegt die Insel Terre-de-Bas, die größte Insel der Saintes

Ein Fischer kontrolliert sein Netz und Pelikane hoffen auf ein Fisch-Frühstück

Nach meinem Frühstück ohne Fisch (es gab Müsli) mache ich mich bald auf, um mit dem Dingi an Land zu fahren. Ich möchte die Insel erkunden und zunächst führt mich mein Weg am Ufer entlang bis zur Festung „La Batterie“ am südlichen Ende der Bucht.

Avalon, links vom türkisen Motorboot, an der Mooring

Kleiner Exkurs: Was ist eigentlich eine Mooring? siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Mooring_(Kette)

Moorings außerhalb von Häfen werden heute oft aus Gründen des Naturschutzes eingerichtet. Es ist besser, einen Betonklotz ortsfest am Meeresgrund zu platzieren, als das jedes Boot mit seinem Anker den Meeresgrund umpflügt, und damit Pflanzen und Tiere schädigt. Der Betonklotz wird darüber hinaus schnell als neuer Lebensraum angenommen. Die Leine im Übrigen auch!

Das Mooring- oder Bojenfeld von Terre-de-Haut

Der Festungshügel „La Batterie“ im Süden der Bucht

Blick von der Festung nach Westen. Rechts von dem Segel-Kreuzfahrtschiff „Club Med II“, im Hintergrund, liegt Guadeloupe

Hier sieht man etwa in Bildmitte den Pain de Sucre, den Zuckerhut (s. Karte weiter oben). Direkt südlich davon liegt die bezaubernde Petit Anse, die ich im Vorbeifahren gestern gesehen habe und zu der ich jetzt möchte

Die aktuellen Festungsbewohner

 

„Avalon“ (vorne, Mitte) vom Festungshügel aus gesehen

Ich marschiere weiter und mein nächstes Ziel ist die schon angesprochene kleine Bucht, die Petit Anse am Pain de Sucre weiter westlich. Es geht nun ziemlich bergan und es ist etwas beschwerlich bei der Hitze, aber es gibt immer etwas zu entdecken und die Aussichten sind traumhaft.

Fast hätte ich diese „Fressmaschine“ im Grün und Gelb des Busches übersehen

…und noch einmal in der Totalen.

Malerischer Blick hinüber nach Guadeloupe

Idyllische kleine Bucht mit Moorings, ich bin an der Petit Anse angekommen

Der Schwenk nach rechts öffnet den Blick auf einen kleinen Badestrand mit glasklarem Wasser. Palmen geben Schatten und Korallen laden zum Schnorcheln ein. Perfekt! Links erhebt sich der Zuckerhut.

Schade, dass die Zeit schon drängt. Hier würde ich gerne ein paar Tage an einer Mooring verbringen. Jetzt mache ich mich erstmal auf den Rückweg.

 

Die Landschaft ist wunderschön und nur wenn man genau hinschaut, kann man Schäden vom Hurricane „Maria“ entdecken. Kaum vorstellbar, dass ich mich hier nur ca. 50km von Dominica entfernt befinde

Ein kleiner Falke, deutlich kleiner als unser Turmfalke, hält Ausschau nach Beute

 

Dienstag, 27.02.2018 – von Terre-de-Haut nach Pointe-à-Pitre

Wie schon gestern, beginnt der Tag mit einem Naturschauspiel. Nur heute kann ich keine Squalls gebrauchen, ich will weiter

Und hier die linke Seite des Regenbogens

Die „Sea Cloud“ ist gekommen und ankert ganz in der Nähe

07.45h Leinen los von Mooring

Nach dem Ablegen komme ich nah an der „Sea Cloud“ vorbei. Ein tolles Schiff!

Die ersten Gäste lassen sich an Land fahren

Der goldene Adler passt zur „Sea Cloud“

Ein stolzes Schiff!

Nachdem ich aus dem Bojenfeld heraus und an der „Sea Cloud“ vorbei bin setze ich Segel. Der Wind kommt viel nördlicher als vorhergesagt und ich setze das Groß mit Reff 2, die Genua bleibt eingerollt. Der Motor muss mal wieder die Hauptarbeit leisten.

09.45h Der Wind dreht und kommt jetzt mehr aus östlicher Richtung. Ich reffe das Großsegel aus, setze die Genua und stell den Motor ab. Geht doch!

12.45h Fest in Pointe-à-Pitre in der Marina Bas du Fort. Ich bin in Guadeloupe angekommen.

Ausblick von meinem Liegeplatz in der Marina Bas du Fort, Pointe-à-Pitre

gefahrene Meilen: 22

 

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