SY "AVALON"

Ein Jahr lang Sommer – von Rivière Sens/Guadeloupe nach Antigua

08.04.2018 – 16.04.2018  Hafentage in Rivière Sens

Joachim kommt erst am 20.04.2018 nach Antigua und so habe ich Zeit, Beine und Seele baumeln zu lassen. Elf Tage bleibe ich in Revière Sens, etwas südlich der Hauptstadt Basse-Terre gelegen und gut geschützt durch eine gewaltige Mole. Im Hafenbüro gibt`s einen Aufenthaltsraum mit Internet für die Gäste. Hier verbringe ich im Laufe der kommenden Tage viele Stunden, um den Blog zu aktualisieren.

Die folgende Bildergalerie gibt einen Überblick über die Hafentage in Rivière Sens.

Dienstag, 17.04.2018 Rivière Sens – Deshaies

09.50 Uhr Leinen los in Rivière Sens.
Werner und sein inzwischen eingetroffener Mitsegler Balu winken zum Abschied. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen in Horta auf der Azoreninsel Faial, wo wir uns verabredet haben.
Bei Wind aus O-SO und 4-4,5 Bft setze ich nur das Großsegel und es geht mit ca. 6 Kn Richtung Deshaies.

10.45 Uhr Winddreher auf Nord (!), zusätzlich habe ich plötzlich 1 Kn Gegenstrom. Nur mit Motorhilfe sind knapp 4 Kn SOG in Richtung Ziel möglich.

14.50 Uhr Anker fällt auf 6,5m in der Bucht von Deshaies

Der Ankerplatz in der Bucht von Deshaies

Deshaies kenne ich schon. Anfang März war ich mit Andi, Katja, Hans und Levi auf unserer Inseltour mit dem Auto hier. Der Ort ist sehr schön, das Leben allerdings überwiegend vom Tourismus geprägt. Letzteres macht sich auch an den Preisen bemerkbar! Es gibt also keinen Grund für mich an Land zu gehen. In der Plicht ist es gemütlich und ich schaue bei einem Ankerbier den Pelikanen und Fregattvögeln zu, die unentwegt versuchen etwas Fressbares zu ergattern.

Ankern vor der malerischen Kulisse von Deshaies

gefahrene Meilen: 22

 

Mittwoch, 18.04.2018 Deshaies – Antigua

05.45 Uhr Anker auf in Deshaies mit Ziel Falmouth Harbour auf Antigua

06.15 Uhr Motor aus, Wind Ost 5-6 Bft, Großsegel 1. Reff, Genua halb gerefft, rauhe See, aber schnelle Fahrt mit 6-7 Kn SOG

Columbia recht voraus, die Megayacht kommt schnell auf und sicherheitshalber falle ich trotz Vorfahrt etwas ab

Ich kann wieder auf Kurs gehen. Die Columbia ist fast zeitgleich abgefallen, beharrt nicht auf dem Recht des Stärkeren. Gute Seemannschaft!

Majestätisch zieht die Columbia an Backbord vorbei, die anstehende Classic Yacht Regatta lässt grüßen

12.30 Uhr fest an Mooring Boje in Falmouth Harbour für 20 US$/Nacht. Die Bucht ist relativ offen und die Boje scheint mir sicherer, als in dem Gedränge hier zu ankern.

An der Mooring in Falmouth Harbour. Rechts an den Pontons des Antigua Yachtclubs liegen viele Megayachten, u.a. die Columbia

Blick von meinem Mooringplatz über Falmouth Harbour. Im Hintergrund rechts der Antigua Yachtclub

Am Nachmittag fahre ich mit dem Dingi zum Dingidock des Antigua Yachtclub. Was für ein Gedränge hier! Manchmal ist es gut, ein kleines Dingi zu haben und so quetsche ich mich einfach dazwischen. Geht doch!
Statt Kaltgetränk steht erstmal die Pflicht auf dem Programm und ich mache mich per Pedes zum Einklarieren nach English Harbour auf, wo sich das Immigration Office befindet. Anderthalb Stunden und 83 EC$ bzw. 32 US$ kosten mich dieser etwas „aufgesetzte“ Bürokratismus und ich lerne, dass heimliches Augenrollen durchaus zur international gebräuchlichen Mimik gehört.
Nach dieser Pflichtübung schlendere ich zum Marinabüro. Da Joachim bald mit Sack und Pack anreist halte ich es für besser, einen Liegeplatz an Land zu haben und ich erkundige mich dort nach einem Liegeplatz. Eigentlich habe ich angesichts der anstehenden Regatten wenig Hoffnung aber siehe da, der von den netten Bürodamen herbeigerufene Dockmaster gibt grünes Licht und ich kann morgen in Nelson’s Dockyard festmachen. Ist nicht ganz preiswert hier, aber man gönnt sich ja sonst nichts…..

gefahrene Meilen: 44

Donnerstag, 19.04.2018 von Falmouth Harbour nach English Harbour

Frühmorgens um 08.00h schmeiß‘ ich die Mooringleinen los und motore gegen Wind und Strom nach English Harbour. „Vor der Tür“ steht eine ordentliche See und für die drei Meilen brauche ich eine dreiviertel Stunde!

Die Einfahrt zum Naturhafen English Harbour. Betonnung: Einlaufend grün an Backbord(!), wie fast überall in der Karibik

Mit frisch geduschtem Deck gehe ich vor Buganker mit dem Heck an die Pier, wo schon ein netter Engländer bereit steht, der mir die Heckleinen abnimmt und festmacht.

Avalon liegt „römisch katholisch“ an Nelson’s Dockyard in English Harbour

Anschließend erledige ich die Formalitäten im Hafenbüro (fast so kompliziert wie das Einklarieren) und erkunde danach Nelson’s Dockyard. Ich bin im Segelmekka der Karibik angekommen!

Der Liegeplatz aus luftiger Perspektive. Links bei den Palmen eine kleine Bar, hier gibt’s u.a. WiFi. Avalon ist an der roten Hamburgflagge, links vom ersten Schlauchboot, zu erkennen bzw. zu erahnen.

gefahrene Meilen: 3

Freitag, 20.04.2018

Heute kommt Joachim und ich mache mich auf den Weg, um ihn am Flugplatz abzuholen. Für die knapp 20km bis zur Hauptstadt St. John’s nehme ich ein Sammeltaxi. Die Stadt ist irre bunt und quirlig. Zusammen mit den Gerüchen und Geräuschen ‚erschlägt‘ es mich fast. Zu Fuß setze ich meinen Weg zum Airport fort und durchquere dabei zunächst die halbe Stadt. Langsam verebbt der Trubel hinter mir. Die Straße ist vielbefahren und außerhalb der Stadt gibt’s keine Fußwege mehr. Dazu der Linksverkehr! Leider habe ich es versäumt, etwas zu trinken mit zu nehmen und mir hängt die Zunge schon sonst wo, als plötzlich ein Auto neben mir hält. So etwas gäbe es bei uns wohl nicht. Der Fahrer will auch zum Flugplatz und fragt mich, ob ich mitfahren möchte. Es sind noch einige Kilometer und ich nehme das freundliche Angebot dankend an. Wir stellen uns einander vor und Josef zeigt mit vielen Fragen sein großes Interesse an Deutschland. Die Zeit geht schnell vorüber und schon bald setzt mich Josef direkt am Arrival ab. Großartig!
Der Flieger kommt pünktlich und nach großem Hallo nehmen Joachim und ich ein „richtiges“ (=teures) Taxi, die günstigen Minibusse sind hier scheinbar nicht erwünscht. Mit dem Taxi fahren wir lediglich bis St. John’s, wo wir in ein Sammeltaxi umsteigen und nach English Harbour weiterfahren.
Die nächsten Tage soll es eine stabile Wetterlage geben und wir beschließen, bereits am 23.04.2018 zu starten. Nur drei Tage bleiben also noch, um English Harbour und die nähere Umgebung zu erkunden und uns für den langen Schlag mit Proviant zu versorgen.

Hier ein paar Eindrücke von English Harbour, Falmouth Harbour und Umgebung:

 

 

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