Mittwoch, 22.11.2017
Heute nach langer Zeit wieder mal alleine aufgewacht. Ist schon ein komisches Gefühl. Gleich nach dem Frühstück mache ich mich an die Arbeit
– neue Mastrutscher montiert
– Annoncen der Bootstramper studiert
– mit Lorenzo getroffen
– C-Map Karten Karibik auf Laptop installiert
Anmerkung: Las Palmas ist für Segler ein Paradies, zumindest was Ausrüstungsmöglichkeiten betrifft. Hier bekommt man (fast) alles und das zu vernünftigen Preisen. Es ist also nicht verwunderlich, dass von hier aus so viele Segler zum großen Törn über den Atlantik starten. Nicht nur die ARC-Teilnehmer!
Donnerstag, 23.11.2017
– Angelausrüstung komplettiert
– Zweitrechner Karibikkarten installiert, Kurzwellenfunk eingerichtet
– neuer Bullenstander, Diebstahlsicherung für das Dingi anfertigen lassen
– um 20.00h mit Konrad getroffen, zu Gunsten Lorenzo abgesagt
Freitag, 24.11.2017
– Schnorchelausrüstung und Schwimmflossen gekauft
– Kleinigkeiten an Bord erledigt
Samstag, 25.11.2017
Ausflug ins Inselinnere mit Uschi und Rolf
Sonntag, 26.11.2017
„Ruhetag“. Durch Las Palmas geschlendert, Markt etc.
Montag, 27.11.2017
Jetzt ist es amtlich. Lorenzo Monteleone (18) und ich haben per Handschlag besiegelt, dass wir gemeinsam den Atlantik mit Ziel Karibik überqueren. Meiner Bitte, sich allen Leserinnen und Lesern des Blogs vorzustellen, kommt Lorenzo gerne nach.
Hi there ! I´m Lorenzo and I´m a 18 years old guy. My story is simple, I´ve just finished my high school this summer when I decide to take a gap years to do what I always dreamed since when I was a child: sailing the atlantic! So with my backpack and my willingness I come to Las Palmas´s harbour to let my dreams comes true. I stayed between the harbour and the hostel for 3 weeks or more and the boats were coming and leaving almost everyday, but any of them was the boat of my dreams. Meeting Karl was a stroke of luck! we like each other by the first time and a beers togheter at Sailor´s Bar was enought to understand that Karl is gonna be my captain for the entire period of the crossing (and I wish is the same for him).
Heute steht unsere erste größere gemeinsame Sache an. Wir gehen einkaufen. Auf dem Ozean wollen wir schließlich nicht nur überleben, sondern gut leben. Und da zum guten Leben allemal, und jeder Seemann weiß, dass dies besonders auf See zutrifft, ein gutes Essen gehört, widmen wir diesem Tun all unsere Aufmerksamkeit und erstellen mit großer Umsicht unsere shopping list (Bordsprache = englisch). Da wären zunächst einmal 10kg Pasta, paketweise pürierte Tomaten, Pesto, Olivenöl…Na ihr ahnt schon, wo es hingeht. Werde wohl in kulinarischer Hinsicht zum Italiener konvertieren, was ich, zumindest temporär, nicht ungern tue. Der Vollständigkeit halber muss ich erwähnen, dass Lorenzo auch eine Dose Sauerkraut (!) möchte. Nach der Planungsplackerei schreiten wir zur Tat und treten den Gang zum nächsten Hiper Dino (Supermarkt) an. Lobenswerter weise bieten fast alle Supermärkte in den Hafenstädten ab einer gewissen Kaufsumme einen kostenfreien Lieferservice. Ist allerdings nicht nur lobenswert sondern zum Teil wohl auch notwendig. Nicht jeder Segler hat schließlich einen Kleinlaster an Deck. Habt ihr schon mal fünfunddreißig 5-Liter Flaschen Wasser und Lebensmittel für zwei Segler für 30 Tage eingekauft? Also bitte, da würde euer Golf ’ne Grätsche machen, for sure! Hier der Kassenbon…..
Da wir spät dran sind wird es heute mit der Lieferung nichts mehr, aber was soll’s, mañana.
Dienstag, 28.11.2017
Heute ist mañana, Delivery day. Avisiert war zwischen 10.00 und 12.00 Uhr. Der Lieferservice von Hiper Dino kommt tatsächlich pünktlich, nur nicht zu uns. Pech gehabt! Um 12.30h endlich sind wir dran.
Lorenzo ist als neues Crewmitglied an Bord gekommen und jetzt weht die bandiera tricolore unter der Backbordsaling.
Mittwoch, 29.11.2017
Ein Ausflug zu viert steht an. Uschi und Rolf holen uns um 10.30h am Hafen ab und los geht`’s in das Inselinnere.
Ein ganz herzliches Dankeschön an Uschi und Rolf! Ohne euch hätten ich und dann beim zweiten Ausflug auch Lorenzo diese schönen Seiten von Gran Canaria bestimmt nicht kennen gelernt. Bis nächstes Jahr, gracias y adiós!
Do 30.11.2017
Heute steht das Boot im Mittelpunkt. Wir haben eine ziemlich lange Seestrecke vor uns und da zählt jeder zehntel Knoten Speed. Also wird das Unterwasserschiff gereinigt, um eben diese letzten zehntel heraus zu kitzeln. Mit Schleifpads und breitem Spachtel ausgerüstet begeben wir uns in das immer noch recht warme Wasser und los geht’s. Die Fische freuen sich, bekommen sie doch mit den losgelösten kleinen Pocken und sonstigem Mikrolebewesen eine Extraportion Fressbares serviert. Nach nicht einmal 2 Stunden harter Arbeit ist es geschafft. Das Unterwasserschiff ist glatt wie ein Kinderpopo, der Propeller glänzt wieder und der Loggeber kann sich auch wieder frei drehen. Noch kurz das Ruderlager kontrolliert – ist fest. Die Arbeit hat sich gelohnt, Lorenzo und ich sind zufrieden!
Freitag, 01.12.2017
Für technisch Interessierte: Die letzten Tage bin ich oft um ein Geschäft herum geschlichen, das einen Whisper Power Batterielader anbietet. Dieser Lader kann mit Eingangsspannungen von 90 – 265 V AC betrieben werden und heute habe ich es endlich gekauft. Warum? Viele der karibischen Inseln haben wie die USA eine 110V Stromversorgung, mit der ein für Europa ausgerüstetes Boot nichts anfangen kann. Um auf dem Boot wie zu hause 240V/16A zur Verfügung zu haben, müsste ein leistungsstarker Transformator oder Inverter vorgeschaltet werden. Eine ziemlich teure und auch schwergewichtige Variante. Wer nicht unbedingt sein Wasser elektrisch kochen will, entscheidet sich also besser für einen entsprechenden Batterielader. Damit funktionieren die wirklich „lebensnotwendigen“ Dinge wie Kühlschrank, Licht, Wasserpumpe, Toilette, Laptop usw. ganz normal weiter.
Installieren werde ich das Teil allerdings erst in der Karibik, hier gibt’s momentan wichtigere Dinge zu erledigen.
Zum Beispiel steht der letzte Einkauf noch an. Brot, Obst, Gemüse, Eier, alles Dinge die kein langes Haltbarkeitsdatum haben, müssen noch besorgt werden. Also geht’s wie gehabt zum Super Dino um die Ecke, kaufen ein und lassen uns den Einkauf anliefern.
Mit dieser Lieferung werden die letzten Lücken und Nischen in Backskisten und sonstigen Staumöglichkeiten geschlossen und die Ausrüstung ist komplett. Avalon ist startklar für morgen. Todo está bien!
Ein bisschen werde ich Gran Canaria bzw. Las Palmas vermissen. Auch wenn die Luft nicht immer sauber ist und die Gerüche in der Stadt nicht zu den besten gehören, hat der Ort ein gewisses Flair.
Hier noch ein Hinweis an alle Leserinnen und Leser des Blogs:
Avalon wird nach dem Ablegen morgen um 12.00h (13.00h MEZ) nur noch eine begrenzte Zeit im landgestützen Empfangsbereich des AIS-Systems sein, und die Position kann dann nicht mehr aktualisiert werden. Ich veröffentliche deshalb im Blog, wie schon während der längeren Passagen vorher, täglich zum Bord-Mittag eine Positionsmeldung. Die erste soll am 03.12.2017 erscheinen. Falls mal eine Meldung ausbleibt, macht euch keine Sorgen, don`t worry. Das liegt dann einfach daran, dass der Sender in Brügge (Belgien) nicht mehr erreichbar ist und der Sender Rock Hill in South Carolina (USA) noch nicht. Kurz – wir schwimmen in einem Funkloch. Kennt ihr ja vom Handy, nur nicht schwimmend.
Bilder und Videos gibt’s dann erst wieder, wenn ich in der Karibik Internet habe.



Moin Kuddel wie ich mitbekommen habe hast du richtig eingepackt, laßt es euh gehen,
werde euch weiter über den teich verfolgen, allzeit gute fahrt wünscht euch
duddi
Hallo Kuddel, das hört sich ja wieder toll an. Ich wünsche Euch eine tolle
Fahrt über den Atlantic. Und grüss bei Ankunft in der Karibik alle hübschen Frauen.
Mast und Schootbruch und immer die berühmte Handbreit unterm Kiel.
Gruss Hinnik
Der „Landrath Küster“ denkt an Dich.
Super pics! Wünsche Euch beiden ganz tolle Segeltage und ich freue mich schon auf die Karibik Bilder. Hier ist Hamburger Schmuddelwetter mit etwas Weihnachtsfeeling. Ich beneide Euch! Lieben Gruß, Ellen
Viel Spaß, ihr Abenteurer!
Na denn:
Wir sehen uns au der anderen Seite, würde ich gerne sagen.
Aber ich bleibe hier und wünsche euch eine gute un sichere Überfahrt. Die Handbreit Wasser unterm Kiel versteht sich ja von selbst!
Viele Grüße
Klaus-Eckart Sinner
Alles Gute, ihr beiden!