SY "AVALON"

Sommertörn 2016 (7) Varberg bis Klintholm

Varberg, Donnerstag 11.08.2016
6.00h Leinen los, Kurs Gilleleje. Eine lange Strecke liegt vor uns, rund 60sm, also früh aus der Koje! Herrliches, schnelles Segeln mit vollem Groß und Genua 3 von Anfang an, SW-W 5 , die Sonne lugt sogar mal zwischen den Wolken hervor. Aber der Wind nimmt allmählich auf 5-6 Bft zu, die Wellen werden ganz schön hoch, teilweise über 2m! Avalon segelt prächtig und erreicht im Surf fast 10Kn.

Avalon legt einen Schaumteppich ins Wasser, surft bis zu 10 Kn und beschehrt uns die schnellste Fahrt bisher

Avalon legt einen Schaumteppich ins Wasser, surft bis zu 10 Kn und beschehrt uns die schnellste Fahrt bisher

Nach ca. 4 Stunden nimmt der Wind ab und die See wird ruhiger. Nonstop segeln! Es ist unsere schnellste Fahrt, 7 Kn über Grund (!) im Durchschnitt! Das macht Spaß!

Fahrt durchs Wasser 8,11 Kn, im Surf bis zu 10Kn - mehr geht wirklich nicht

Fahrt durchs Wasser 8,11 Kn, im Surf bis zu 10Kn – mehr geht wirklich nicht

15.15h machen wir fest in Gilleleje in einer Box bei Sonnenschein, aber kühlem Wind. Dänen helfen uns beim Anlegen und heißen uns willkommen! Auf Murdoch erwartet uns ein Anlegerbier, dazu Räucherlachs und frisches Baguette! Mmhh, lecker! Abends bummeln Kuddel und ich über die „Hafenmeile“ und gönnen uns gebackenen Tintenfisch. Es gibt schöne Fischgeschäfte, nette Restaurants, eine Reparaturwerft für Fischkutter und viele Fischerboote. Gilleleje ist der nördlichste und man sagt der vielleicht am schönsten gelegene Ort auf Seeland, entstanden um 1500 um einen der ältesten Fischereihäfen Dänemarks.
Gefahrene Meilen: 64sm

Gilleleje, Feitag12.08.2016
9.00h Leinen los mit Kurs Dragør, rund 40 sm liegen vor uns. Schöner Morgen, Frühstück draußen in der Sonne. Südwind, 3,5Bft, mit 6 Kn durchs Wasser, alles gut!

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Segeln und im Segel liegen bei 3,5 Bft hoch am Wind

Dann etwas Gegenstrom. Nach ca. 2 Stunden fängt die eklige Schaukelwelle an, die Avalon ziemlich ausbremst, der Strom gegen uns kostet uns zeitweise knapp 2 Kn . Etliche Kreuzschläge sind nötig, Segel runter und hoch, Wind unstet. Nieselregen setzt auch noch ein! Diesig, schlechte Sicht! Der Sund hat sich schon von einer besseren Seite gezeigt.
19.00 endlich fest in Dragør, der Hafen ist voll und wir legen an einem Dänen längsseits an, der darüber aber gar nicht begeistert ist! Im Hafen empfängt uns laute Musik, Tuborg Fest! Darauf haben wir aber nach der Fahrt keine Lust.
Gefahrene Meilen: 46sm

Dragør, Samstag 13.08.2016
9.00h Leinenl los, Kurs Klintholm. Diesig draußen, irgendwie ist das Wetter gegen uns! Wir sind kaum draußen, ruppige Welle, Kuddel: „ Ich glaube, wir kehren um“, nein, abwarten! Es geht auch erstmal besser, dann setzt Nieselregen ein und der Wind geht auf max.6,5 Bft! (Vorhersage war anders!!) Wir segeln am Wind, 1. Reff rein, wieder raus, 2. Reff rein, irgendwann beide wieder raus… wie gehabt! Kuddel hat keine Langeweile, Spaß macht es aber nicht! Vor Møns Klint Gott sei Dank schon die Segel runter genommen, denn es wird nun richtig ungemütlich! Es sind zwar nur noch rund 2,5 sm bis zum Hafen, aber nach Rundung der Huk ist der Wind jetzt konstant bei 6,5 Bft, hohe Welle, voll gegenan bolzen!! Der Hafen in greifbarer Nähe und du kommst nicht voran! Im Hafen, „rechtzeitig“ zum Anlegemanöver, setzt dann auch noch starker Regen ein -ätzend! Wo ist ein Platz für uns? Es erscheint aussichtslos, nur am Kopf des Schlengels gibt’s einen freien Platz und nette Segler stehen schon bereit, lassen sich für uns nass regnen und helfen beim Anlegen, was bei dem Wind echt hilfreich ist! Wenig später fegt der Wind mit 7,5 Bft durch den Hafen! Die Brandung ist so enorm, dass die Gischt hoch über die Hafenmole spritzt! Abends erleben wir zum Sonnenuntergang ein tolles Spektakel am Himmel, das reinste Farbenspiel in den unterschiedlichsten Rottönen und zur Krönung – ein doppelter Regenbogen!

Regenbogen in Klintholm

Regenbogen in Klintholm

Überall steht man auf den Booten und macht  Fotos! Später kommt ein Fotograf, der Werbefotos für dänische Häfen macht. Er nimmt Kuddel und Wolfgang als „Models“, Skipper auf ihren Booten! Vielleicht sehen wir sie ja tatsächlich irgendwann im Internet!!
Gefahrene Meilen: 44 sm

Klintholm, Sonntag, 14.08.2016
Der Wind hat sich etwas gelegt und es ist volle Sonne! Kommt der Sommer zurück?
Vorhersage hat sich für heute schon wieder  geändert, West 5. Wir beobachten die Segler, die rausfahren, sie stehen mehr oder weniger, haben gerefft und kommen nicht so gut voran! Wir entscheiden: Das machen wir nicht mit, nicht schon wieder gegenan bolzen – wir bleiben hier! Super gute Entscheidung, finde ich!! Stattdessen fahren wir mit dem Bus nach Møns Klint, zu den bis zu 100m hohen Kreidefelsen und genießen zunächst die fantastische Aussicht von oben auf das glitzernde Wasser im Kontrast zu den weißen Felsen.

Möns Klint zeigt sich von seiner besten Seite, Schönheit und Vergänglichkeit in geologischen Dimensionen

Möns Klint zeigt sich von seiner besten Seite, Schönheit und Vergänglichkeit in geologischen Dimensionen

Natürlich steigen wir die über 460 Stufen runter zum steinigen Strand (und später wieder rauf), wo wir eine ganze Zeit entlanglaufen und die wohltuende Wärme mal wieder genießen. Herrlich! Mit dem Bus geht’s dann wieder zurück und auf Avalon gibt’s Kaffee mit dänischem Kuchen.

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