13.05.2018 15.40h Es ist geschafft – Avalon läuft in den Hafen von Horta ein
Nach 20 Tagen, 3 Stunden, 40 Minuten und mit 2442 (=4522km) über Grund geloggten Seemeilen im Kielwasser laufen wir in den Hafen von Horta ein. Doch der Reihe nach….
Am 23.04.2018 um 12.00h werfen wir die Leinen los und verlassen English Harbour / Antigua. Kurz nach der Hafenausfahrt befinden wir uns mitten in einem Teilnehmerfeld der Antigua Classic Yacht Regatta.
Wir runden Antigua auf der Westseite, um nicht gleich zu Beginn dieser langen See-Etappe „einen auf die Nase “ zu bekommen. Dafür nehmen wir ein paar Meilen mehr gerne in Kauf.
In den ersten Tagen bringt uns der Passat gut voran und beschert uns einen tagelangen Raumschotsschlag auf Backbordbug

Goodbye beautiful bird. So wie uns vor Barbados Weißschwanz-Tropikvögel begrüßt haben, so verabschiedet uns am 27.04.2019 einer dieser wunderschönen Vögel.
28.04.2018
Auch auf dieser Etappe darf ein „Koch-Video“ nicht fehlen. Wir kochen auch bei widrigsten Bedingungen jeden Tag eine warme Mahlzeit, die nicht aus der Dose kommt! Damit der Smutje einigermaßen sicher am Herd agieren kann, ist eine Festmacherleine vom durchgesteckten Mast bis zur freien Genuawinsch gespannt. Das hält!
01.05.2018
Segeln mit dem Windpilot – der windgesteuerte Steuermann fasziniert mich immer wieder und es macht mir Spaß, ihm bei seiner Arbeit zuzuschauen….
Das folgende Video ist in den frühen Morgenstunden des 02. Mai entstanden. In den letzten Tagen hat der Vollmond für helle Nächte gesorgt und jetzt geht er erst nach Sonnenaufgang unter.
Im Gegensatz zur Überfahrt von den Kanaren in die Karibik, während der wir zwei Wochen lang gar keine Schiffe gesehen haben, haben wir jetzt jeden Tag Frachtschiffe in der Nähe. Die meisten bekommen wir nicht zu Gesicht und „sehen“ sie nur auf dem AIS, aber heute haben wir das erste Mal eine Nah-Begegnung. Der 178m lange Frachter „Furness Portland“ kreuzt unseren Kurs von steuerbord kommend und passiert uns in einem Abstand von knapp 2 Meilen auf der Backbordseite. Der AIS-Alarm, der auf eine CPA (CPA = Closest Point of Approach) von weniger als 2 Meilen eingestellt ist, funktioniert zuverlässig. Ein beruhigendes Gefühl.

Der Frachter „Furness Portland“. Frachter mit eigenen Ladekränen sind typisch für die Karibik und mittelamerikanische Gewässer mit ihren kleinen Häfen ohne Containerbrücken
Vor einigen Tagen hat überkommendes grünes Wasser die Niroabdeckung des Lüfters auf dem Vorschiff weggespült. Es stellt sich heraus, dass die Kunststoffteile des Lüfters durch Alterung so spröde und brüching sind, dass die Schrauben die Abdeckung nicht mehr halten konnten. Damit überkommendes Wasser nicht das komplette Vorschiff unter Wasser setzt, binde ich ein Sitzpolster stramm über den Lüfterrest und halte so das Vorschiff einigermaßen trocken. Sobald die Bedingungen es zulassen und nachdem wir die Lüfterreste entfernt haben, machen wir uns an die Abdichtung des ca. 10cm großen Lochs im Deck. Joachim hat die Idee, den Lochrand konisch anzuschleifen und ein ebenfalls konisch gesägtes und geschliffenes rundes Brett einzukleben. Zum Glück schmeißt der Skipper nicht alles gleich weg und so findet sich ein passendes Stück Brett und Sikaflex gehört ohnehin auf jedes Schiff. Die Reparatur mit Bordmitteln gelingt tadellos und bald ist alles wieder dicht, Joachim sei Dank.
Seit einigen Tagen schon sehen wir viele Portugiesische Galeeren. Es ist nicht einfach, diese interessanten Tiere vom schwankenden Boot aus mit dem Teleobjektiv einzufangen. Die Portugiesische Galeere ist kein einzelnes Tier, sondern setzt sich aus mehreren Polypen zusammen, die jeweils spezielle Aufgaben für den Gesamtorganismus wahrnehmen (https://de.wikipedia.org/wiki/Portugiesische_Galeere).
09.05.2018, zur Mittagsstunde: „Ein Waaaal“… Joachim’s Stimme zerreißt die Stille des Ozeans und mich aus meinen taktischen Überlegungen am Laptop. Ich hechte nach oben ins Cockpit, zerre die Kamera aus einer Plastiktüte und halte einfach drauf. Zum Glück kommt etwas Brauchbares dabei heraus, nur seine Fluke will uns der Wal nicht zeigen.

Die zweite Walsichtung nach der ersten gestern Abend. Es handelt sich hierbei sehr wahrscheinlich um einen Blauwal, den wir mittags auf Position 38°32.0’N38°38.0’W sichten

Dieser deutlich kleinere Wal zeigt sich kurz nachdem der Blauwal endgültig abgetaucht ist. Möglicherweise handelt es sich bei diesem Exemplar um einen Zwerg- bzw. Minkwal
Ein paar Tage später, es ist Sonntag der 13.05.2018, kommt kurz nach Sonnenaufgang Land in Sicht. Ich hab‘ die letzte Wache und deshalb das Glück, die Azoren so früh zu sehen. Überglücklich, dieses wichtige Etappenziel fast erreicht zu haben, genieße ich diese frühe Stunde in vollen Zügen.

Nach fast 20 Tagen Land in Sicht. Links die kleinen Hügel gehören zu Faial, rechts erhebt sich Pico mit seinem mächtigen, ca. 2600m hohen Vulkan gleichen Namens

Die rote Linie bezeichnet unseren Track von Antigua nach Faial. Der Track ist überall dort unterbrochen, wo der Laptop Pause hatte, um Strom zu sparen
Wir machen um kurz vor 16.00h am Meldekai fest und werden von der „Thyra“-Crew, dass sind Balu, Thomas und Werner, ganz herzlich begrüßt. Das nächste Boot wartet schon und so erledigen wir zunächst alle Anmeldeformalitäten beim Hafenamt, Polizei und Zoll (in dieser Reihenfolge). Glück muss man haben! Wir ergattern einen der letzten Liegeplätze an einem Schlengel mit Fingern und nach dem Festmachen gönnen wir uns das verdiente Anlegebier. Eines weiß ich schon jetzt, die Azoren gefallen mir und ich bin sehr gespannt, was uns hier erwartet….








Welcome back lieber Kuddel und Crew in Europa!!! Wir sind froh Dich und Dein Schiff wohlbehalten in unseren Gefilden wieder zu haben und freuen uns mit Dir und Deinen Erlebnissen. Mittlerweile ist der Hafen wieder voll und bei bestem Wetter seit Ende April gab es auch für uns schon schöne Stunden und Tage an Bord. Am WE ist Anschippern und wir werden sicher ein paar Bier auf eine restliche gute Reise für Dich trinken.
Ahoi und liebe Grüsse von Hardy und Britta !
Vielen Dank für Deinen Bericht aus der Karibik zu den Azoren. Wunderschöne Bilder, und Informationen machen Lust auf mehr zu hören.
Wir drücken Dir für die nächste Etappe die Daumen. Komm gut nach Hause.
Liebe Grüße von Uschi und Rolf zur Zeit an der Kieler Förde